Eigentor der taz-Sportredaktion
Aktion „No Logo!“ ist presserechtlich zweifelhaft und erregt die eigenen Leser (15.08.2011)
Am vergangenen Samstag überraschte die taz ihre Leser mit der Ankündigung, in den nächsten zwei Wochen auf allen Sportfotos die Logos der Sponsoren zu verpixeln.
Foto: taz-Veröffentlichung eines Bildes der Agentur dapd, bei der Sponsor Gazprom unkenntlich gemacht wurde.
Im taz-Hausblog „Das Blog aus der taz über die taz“ gab es erwartungsgemäß Zustimmung wie kritische Ablehnung. Insbesondere sportinteressierte Leser machten der Redaktion deutlich, dass sie Sportsponsoren zur Finanzierung des Sports für notwendig und durchweg akzeptabel halten.
Tragen wir als Sponsoringverband dennoch Eulen nach Athen: Wir hoffen sehr, dass die Redaktion zunächst einmal die Zustimmung des Fotografen und der Bildagentur für die Fotomanipulationen eingeholt hat. Zudem ist nach unserer Auffassung die Presse nach eigenem publizistischen Anspruch zur Wahrheit und Klarheit verpflichtet. „Zur Veröffentlichung bestimmte Informationen in Wort, Bild und Grafik sind mit der nach den Umständen gebotenen Sorgfalt auf ihren Wahrheitsgehalt zu prüfen und wahrheitsgetreu wiederzugeben. Ihr Sinn darf durch Bearbeitung, Überschrift oder Bildbeschriftung weder entstellt noch verfälscht werden“, heißt es dazu im Pressekodex. Ob Fälschung oder „visuelle Lügen“, auf jeden Fall entfernt sich die taz in ihrer Sportberichterstattung von der objektiven Darstellung der Realität.
Auch „eigene Interessen und sachfremde Beweggründe“ sollen nach diesem Kodex bei der Berichterstattung außen vor bleiben. Die kritische Haltung der Redaktion gegenüber Sportsponsoring ist letztendlich Werbekritik und damit Kritik am bestehenden Wirtschaftsystem. Da die taz sich zum Teil auch durch Anzeigen aus der Wirtschaft finanziert, mutet die Aktion etwas scheinheilig an. Auch läuft die Tageszeitung Gefahr, die boykottierten Sportsponsoren als Anzeigenkunden zu verlieren oder auch nur nicht zu gewinnen.
Deutscher Sportmarketing Index
Der von Deloitte und ISS Institut für Sportmanagement veröffentliche Deutsche Sportmarketing Index (DSMI) nach dem Vorbild des Ifo Geschäftsklima Index attestiert der Sportbranche eine positive Entwicklung.
Für die Bereiche Sponsoring, Hospitality und Merchandising aller Ligen geht die Mehrheit der befragten Experten von gleichbleibenden oder steigenden Erlösen im Vergleich zum Vorjahr aus. Die erste Fußball-Bundesliga nimmt hier eine Sonderrolle ein: Über die Hälfte (51%) hält eine Steigerung von mindestens fünf Prozent bei den Sponsoring- und Merchandisingerlösen für möglich, Ähnliches gilt für den Hospitality-Bereich (45%).
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Sportsponsoring
Das Investitionsvolumen im Sportsponsoring wird im Jahr 2010 nach Expertenmeinung 2,6 Mrd € betragen. Fußball kann seine Führungsposition als bedeutendste Sponsoringplattform im WM-Jahr 2010 weiter ausbauen. 57 Prozent der Befragten sehen die Bedeutung von Fußball weiterhin wachsen, 41 Prozent die Möglichkeiten für Sponsoring ausgeschöpft und nur 1 Prozent prognostiziert Verluste. Handball kann seine gute Position ausbauen und auch Biathlon wird nach Einschätzung der Experten weiterhin an Bedeutung gewinnen. Beachvolleyball setzt die positiven Erwartungen fort, ebenso wie Triathlon und Golf, wenn auch hier deutlich verhaltender als noch im Vorjahr. Der Motorsport/Formel 1 kann seine positive Entwicklung aus dem Vorjahr weiter ausbauen.
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